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Altersfreigabe:18
Pairing: Lauri/Aki
Warnungen: depri, lime, keine wirkliche Aktion ...

Inspiration: Allgemeine Halluzinationen
Musik: The Rasmus- The one I love
Widmung: Akkimaus und allen anderen, die mich ertragen...^^




Black and green


Teil 1

The singer :

Ein Tag wie jeder andere im Winter. Alles ist mit Schnee bedeckt und glänzt nass. Schnee soweit das Auge reicht.
Bäume strecken ihre kahlen Arme sehnsüchtig dem Himmel entgegen, vielleicht warten sie darauf, dass er aufreisst und die Sonne wenigstens ein paar Augenblicke zwischen den weißen Fetzen hervorscheint. Aber vergeblich. Die Sonne scheint nicht und aus meinem Herzen ist sie längst verschwunden.
Verstohlen gähne ich. Ich bin so müde... Die ganzen Proben haben wieder mal viel zu lang gedauert. Ich bin wahrscheinlich völlig überarbeitet. Das bin ich schon seit wir angefangen haben. Immer auf Draht sein, Energie verbreiten, tausenden von Mädchen als Traummann dienen... Das hat sich schon einmal böse ausgezahlt. Ich hatte einen Zusammenbruch und musste eine Woche lang ins Krankenhaus.
Meine Wohnung steht fast das ganze Jahr über leer. Nackte Glühbirnen an der Decke eine Couch im Wohnzimmer, Fernseher und Stereoanlage müssen sein, im Schlafzimmer ein Bett und ein Kleiderschrank mit Spiegelwand. Das ist wirklich armselig... Aber ich brauche eben keine Möbel, wenn ich fast nie zu Hause bin!

Mein Weg führt mich vorbei am Park. Alles Bäume sind kahl und scheinen irgendwie ineinander verschlungen zu sein. Der See ist zugefroren. Mich überkommt ein eisiges Frösteln. Ich weiss, dass es nichts mit der Kälte zu tun hat... Es zerfrisst mich... meine Seele, mein Körper...
Ich gehe an der Brücke vorbei, irgendwie habe ich ein schlechtes Gefühl...
Ich habe letzte Nacht wirklich zu wenig geschlafen!
Automatisch gehen meine Beine weiter. Ein Schritt nach dem anderen. Unaufhaltsam dem Ziel entgegen, obwohl ich nicht darauf achte wohin ich gehe.
Dieser Weg, den ich schon unzählige Male gegangen bin...

Vor mir steht ein riesiges Gebäude, das große Ähnlichkeit mit einem grauen Bauklotz mit Fenstern hat. Dieser Architekt hat wohl noch immer eine Legokiste im Haus.
Vor der Tür bleibe ich stehen und zünde mir in alles Ruhe eine Kippe an.


Nein, ich will da nicht rein! Dann muss ich ihm begegnen, dann führt kein Weg mehr an ihm vorbei!
Warum?! Warum musste ich unbedingt gleich zu ihm rennen, als mich meine Freundin vor zwei Monaten verlassen hat?


Aki hat mich reingelassen und mir Anziehsachen gegeben, weil ich durch Nacht und Regen gerannt war. Er hat mich getröstet bis ich irgendwann auf der Couch eingeschlafen bin. Damals habe ich gemerkt, dass ich meine Gefühle für Aki nicht länger verstecken kann.
Langsam und wiederwillig gehe ich den langen Flur entlang auf die Tür vom Proberaum zu. Ich strecke die Hand aus um die Klinke runterzudrücken als die Tür schon aufgeht und mir Aki entgegenkommt. Ich stehe da, wie angewachsen. Er kommt auf mich zu und umarmt mich. Während er mir über den Rücken streichelt flüstert er etwas. Zu leise ich kann ihn nicht verstehen. “Was? Aki, wenn du leiser sprichst als Pauli, kann ich dich echt nicht mehr verstehen...“ sage ich und schiebe ihn leicht von mir weg.

„Ich hab gesagt, dass ich glücklich bin dich zu sehen! Du warst nicht erreichbar und du hattest immer was zu tun, wenn ich dich und die Anderen eingeladen habe! Was ist los mit dir? Ich mache mir Sorgen, Lauri.“ Spinne ich oder war das da gerade Verzweiflung in seinen Augen?
„Mir geht’s gut!“ wische ich schnell seine Sorgen beiseite. Aki starrt mich an. Das hat er mir bestimmt nicht abgenommen.
Na ja, wie denn auch, bei dem Aussehen? Ich habe fünf Kilo abgenommen, habe Augenringe und sehe einem lebenden Toten immer ähnlicher.
Warum starrt Aki mich so an? Mir wird heiss und nervös streife ich meine feuchten Hände an meinen schwarzen baggies ab. Dann reisse ich mir die Jacke vom Leib und gehe an Aki vorbei in den Proberaum. Das wird mir zu dumm...




The drummer:

Wo bleibt er denn? Es ist schon halb vier! Wir wollten uns um drei treffen!
Ich gehe zur Tür und mache sie auf. Vor mir steht Lauri und guckt wie ein Tracktor. Mann, Augen wie Teller. Geschockt bleibt er stehen und hat vor Schreck sogar seine Kippe fallen lassen, die jetzt unbeachtet fröhlich ein Loch in den Teppichboden kokelt.
Ich kann mich nicht mehr halten und umarme ihn. Wenn er nur wüsste was für Sorgen ich mir um ihn mache! Wie sieht er denn aus? Abgemagert und Augenränder bis zum Boden.
„Lauri ,Lauri...Ach, mein Lintu. Wieso tust du dir so etwas an!“ wispere ich so leise wie möglich.
Dabei will ich doch, dass er es hört. Mich und meine Gefühle endlich versteht! (...dann red lauter Mann!)
Mit einer leichten Bewegung löst er sich aus meinen Armen und sieht mich mit hochgezogenen Augenbrauen an.
„Was? Aki, wenn du leiser sprichst als Pauli, kann ich dich echt nicht mehr verstehen...“
„Ich hab gesagt, dass ich glücklich bin dich zu sehen! Du warst nicht erreichbar und du hattest immer was zu tun, wenn ich dich und die Anderen eingeladen habe! Was ist los mit dir? Ich mache mir Sorgen, Lauri.“ Warum versteht er denn nicht, dass er sich eines Tages zu Tode arbeiten wird!
„Mir geht’s gut!“ sagt er leise und wirkt wenig überzeugt von seiner eigenen Aussage.
Dann sieht er mich an und läuft leicht rot an, bevor er an mir vorbei stürzt, sich die Jacke auszieht und sie in die Ecke schmeisst. Das Knallen der schweren Eisentür sagt mir, dass er jetzt bei Eero und Pauli ist. Vielleicht redet Eero ja mit ihm... Bisher hat er es schon immer geschafft Lauri zu beruhigen.
Sinnlose Gedanken schiessen mir durch den Kopf...Lauri ist so niedlich wenn er rot wird...!

Ich atme einmal tief durch und wuchte dann die Tür einen Spalt breit auf, durch den ich mich dann mühsam in den anderen Raum quetsche. Dort angekommen werde ich von einem perplexen Lauri, einem grinsend mit bass neben ihm stehenden Eero und einen Pauli, der noch schnell ein letztes Brötchen in sich reinstopft. Dabei verschluckt er sich natürlich und ich eile zu ihm um eine Verstopfung seiner Luftröhre mit einem Salamibrötchen zu verhindern. „Danke, Mann! Ohne dich wäre ich schon hundert mal erstickt...“ röchelt Pauli mir dankbar zu.

Schnell werfe ich einen Seitenblick auf Lauri, der über ein Blatt gebeugt ist und mir den Rücken zudreht. Wenigstens ein bisschen Anerkennung für diese Lebensretter- Aktion könnte er doch heucheln, oder...?


Ein Tropfen landet auf dem Blatt. Weint er? Und was ist das überhaupt für ein Songtext? Neugierig beuge ich mich über ihn und bin ziemlich erstaunt, auf dem Blatt den Text von ‚the one I love’ zu sehen. Den Song hat er für eine seiner Verflossenen geschrieben. Warum macht Lauri sich denn schon wieder selbst fertig? Vorsichtig streiche ich ihm über die mittlerweile nasse Wange und blicke ihm in die Augen. Lauri wird kreidebleich und gibt einen erschrecktes Schluchzen von sich. Dann bin ich es der sich erschreckt, weil plötzlich eine Hand von Eero meinen Arm packt und er mich nach hinten geschleift hat.
„Wa- was ist denn? Was soll der Mist?!“ keife ich ihn wütend an.
„Ich glaube Lauri sollte sich erst mal von alleine beruhigen um dann diese Probe hinter sich zu bringen.“ Seine Augen blicken mich entschlossen an „ Vielleicht kannst du ihn nachher überreden mit uns in einen Club zu gehen. Er hätte Abwechslung dringend nötig...“ seine Stimme hat etwas das keinen Wiederspruch duldet. Dann grinst er mich an und sagt laut: „Freut mich das wir uns so gut verstehen, Aki!“ mit einem Augenzwinkern zieht er mich zu den drums und platziert mich auf dem Hocker dahinter.
„Ok Leute! Fangen wir an!“ sagt er fröhlich in die Runde blickend.
„Könnten wir mit... mit ‚the one I love’ anfangen...?“ fragt Lauri leise.
Eero nickt ihm zu. „Klar, heute machen wir es in deiner Reihenfolge!“
Er und Pauli legen los, ich muss mich ziemlich anstrengen um nicht meine Einsätze zu verpassen. Aber ich kann meinen Blick einfach nicht von Lauri wenden, der wenigstens für diese Probe wieder glücklich ist und von einem Rand der Plattform zum anderen fegt.




Teil 2

Pauli klopft mir auf die Schulter und lässt noch ein „Bis nachher!“ verlauten, dann geht er zusammen mit Eero nach Hause, weil sie fast den selben Weg haben. Lauri und ich müssen in eine andere Richtung. In meinem Kopf lassen sich die Gedanken nicht mehr bändigen. Kurz bevor ich aus dem Proberaum gegangen bin hat Eero mich noch mal zurückgehalten .
„Pass gut auf ihn auf. Du bist der Einzige, der ihm helfen kann.“ Hat er gesagt. Dann ist er ohne einen Abschied rüber zu Lauri gegangen. Was soll das? Wieso redet Eero nur noch in Rätseln? Toll, jetzt kann ich versuchen Lauri zu überreden mit in den Club zu kommen. Wie soll ich das deiner Meinung nach hinbekommen, Eero?
Missmutig drehe ich mich zu Lauri um, der unter einem schneebeladenen Baum auf mich wartet. Ich war auf alles gefasst, aber nicht auf so was! Zur Salzsäule erstarrt sehe ich ihn an.
Wie er da steht, seine Haut ist fast genauso weiß wie der Schnee... Seine Augen, die mich anfunkeln. Dieses Grün scheint wirklich Funken zu sprühen. Er ist wunderschön...

So wunderschön, dass ich hier mitten auf der Straße stehe und ihn anglubsche, als wäre er das Letzte was ich jemals sehen würde. Ich kann von Glück reden, dass noch kein Auto hier entlang ist und mich plattgefahren hat. Seufzend setze ich mich in Bewegung und gehe runter von der Straße auf Lauri zu. Lebensmüde bin ich jedenfalls nicht... Noch nicht.
„Lauri, hast du Lust heute noch was zu unternehmen...?“ fange ich zaghaft an. „Also im Nosturi steigt eine Party und ich wollte dich fragen, ob du mitkommen willst.“
Er wirkt irgendwie nervös. Verlegen fummelt er an einer leeren Zigarettenschachtel rum, die er gerade aus seinem schwarzen Skaterrucksack geholt hat. Das Ding ist ihm regelrecht an den Rücken gewachsen... Was denk ich den wieder für nen Scheiss?! Mann, Aki! Reiss dich zusammen und konzentrier dich auf deine Mission!
Eine Haarsträhne ist ihm ins Gesicht gefallen. Wow sieht er sexy aus. Das ist doch nicht normal, so auszusehen!!! Wo ist der Käfig? So was sollte man(n) nicht frei rumlaufen lassen! Ahh! Ich brauch jetzt etwas gegem den Blutstau in meinen unteren Regionen!!!
Ich würde ihn hier und jetzt, mitten auf der Straße... „...weißt ja, ich mag nicht so gern weg...“

Na toll Aki! Jetzt redet er endlich und du verstehst nur den halben Satz, weil du zu sehr in deine perversen Vorstellungen vertieft warst!
„Komm schon, Lintu! Seit der Trennung von Paula, hockst du nur noch in deiner Wohnung und kommst höchstens noch für Proben oder Kippenkaufen raus! Einkaufen tust du wohl nicht, du bist mager wie sonst was...Du musst raus Lauri! Sonst landest du irgendwann wieder im Krankenhaus... Das will ich nicht! Ich mache mit Sorgen um dich. Ich habe Angst...“
Ok, ich wage also den Schuß ins Blaue... Jetzt hilft nurnoch beten... Bitte, bitte, bitte, bitte, bi... „O.K! Ich mach’s! Ich komme mit! Aber nur wenn du mich abholst. Tschüss Aki! Ich muss jetzt los, hab noch was zu erledigen...“

Perplex lässt er mich stehen und ich werde fast von einem Fahrradfahrer überrollt. Verdammt! Jetzt stehe ich nicht mal mehr auf der Straße und es besteht akute Lebensgefahr... Immerhin... Mission Impossible erfolgreich gelöst! So Hakala, jetzt kannst dir auch getrost auf die Schulter klopfen. Ein Blick auf die Uhr..., noch eine Stunde...




The singer:

Die Probe ist wie im Flug vergangen... ich bin richtig erschrocken als ich auf die Uhr geschaut habe. Aki hat mich überredet heute mit den Jungs in einen Club zu gehen. Er holt mich um neun ab. Ich kann kaum glauben, dass ich zugesagt habe, aber sein Blick war so flehend... da konnte ich einfach nicht wiederstehen. Er macht sich wirklich Sorgen um mich...vielleicht fühlt er ja das Selbe wie ich. Quatsch! Hör auf zu fantasieren Lauri!


Was ziehe ich jetzt an? Was ziehe ich jetzt an?! Meinen Kleiderschrank habe ich schon auf den Kopf gestellt. Zur Auswahl stehen eine schwarze und eine graue baggie, ein schwarzes Hemd, das über dem Bauchnabel offen ist, ein dunkelblaues Hemd, das unter den Ellenbogen aufhörende Ärmel hat, über den Schultern Risse hat und sie freilässt. Ich tendiere zu der schwarzen baggie und dem dunkelblauen Hemd, aber ist das dann nicht zu: „ich hab nur wenig an, also zieh’s mir auch schnell aus...“?

Ich will nicht das Aki denkt, ich hätte mich wegen ihm besonders bemüht! Tue ich aber... Ach egal... Soll er doch denken was er will. Ich fühle mich wohl in solchen Klamotten und das ist das einzige was zählt.
Nachdem ich mich endlich angezogen habe renne ich ins Bad und schminke mich. Ein kurzer, Strich mit Kajal unter jedes Auge und ein wenig schwarzen Liedschatten. Ich hoffe ich habe nicht übertrieben... So jetzt noch Gel ins Haar und alles mit Spängelchen befestigen.
Ich glaub, die Federn lass ich heute draußen... Ich will ja nicht zu auffällig sein... (Neeeeiiiin... Du doch nicht! Wie kommst du denn auf die Idee?)

Es klingelt und ich schnappe mir schnell den schwarzen Mantel. Wehmütig werfe ich einen Blick auf meinen Eastpak, aber der hat in einem Club nichts verloren. Also bleibt mir nichts anderes übrig, als das Handy und den Schlüssel, in meiner Tasche zu verstauen.
Hinter mir knalle ich die Tür vor Eile ins Schloss und renne dann die Treppe runter. Unten ist Akis Ferrari. Er steht lächelnd davor.
Ich springe auf den Beifahrersitz und kann es irgendwie kaum noch erwarten. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass ich so aufgekratzt bin. Liegt wahrscheinlich nur an Aki...
Wir fahren die Straßen entlang und unterhalten uns über Gott und die Welt. Warum, kann ich ihm nicht einfach sagen, dass ich auf ihn stehe? Ist das den wirklich so anormal? Hm... Ja, glaub schon.
Na ok, dann eben nicht, aber wenn ich´s nicht bald rauslasse platze ich!

Ein schwerer Seufzer entwischt mir. Hoffentlich hat Aki das nicht gehört...
„Was ist ?“ Doch hat er! Fuck... und was erzähle ich ihm jetzt?
Wir fahren an einer leuchtenden Coke-Reklame vorbei und ich bin scheinbar sehr interessiert an koffeinhaltigen Getränken. Hauptsache ich kann in eine völlig andere Richtung starren. Die grüne Welle findet ein plötzliches Ende, auch das noch. Pech gehabt. An der roten Ampel bremst Aki ab und dreht sich zu mir um. Na toll! Jetzt kann er mich sogar ansehen und beobachten, wie sich meine Gesichtsfarbe ändert!


„...Hast du Liebeskummer?“ 100 Punkte für Mr. Aki Hakala!
„Ich weiss, dass du Paula sehr geliebt hast, aber jetzt ist es vorbei. Du kannst ihr nicht ewig nachtrauern...“ Ha! Wenn du wüsstest, Freundchen.
Hinter uns fängt ein Mercedes an wie blöd zu hupen und Aki drückt aufs Gaspedal.
Puh, im letzten Moment... ich danke dem aufgeblasenen Geldsack, der Akis Blickkontakt zu mir durchtrennt hat.

„Ähm...Aki? Wer kommt denn noch alles, ausser Pauli und Eero?“ versuche ich diskret vom Thema abzulenken.
„Hm... Sirii, Teijo, Tuomas und Timo können nicht. Ach ja! Ich glaub Hanna wollte uns ihren neuen Freund vorstellen. Sie kommt ganz sicher.“
„Echt? Mir hat sie nichts davon erzählt...“ oder habe ich etwas nicht mitbekommen?
„Naja... sie hat mit uns geredet, weil sie sich auch Sorgen um dich macht. Sie hat auch erzählt, dass du immer sauer warst, wenn sie mit dir reden wollte...“ Aki packt mich mit Samthandschuhen an, genau wie alle anderen... Sehe ich etwa aus wie ein Porzellanschwein?!


„Was soll’s, jetzt geht’s mir ja wieder gut!“ sage ich und drehe mich zu ihm um.„Ja. Jetzt ist wieder alles in Ordnung! Ich schwöre es!“ Ein fester Blick und ein entschlossenes Lächeln.
„Na dann. Lass uns einen schönen Abend haben!“ Das Grinsen auf seinem Gesicht deutet auf mehr als ein paar Bierchen hin...
In der Nähe vom Club hält er und wir steigen aus.
Noch ein letztes mal grinsen wir uns an und dann stürzen wir uns ins wilde Nachtleben Helsinkis.




Teil 3

The bassist:

Mann, wo bleiben die denn? Ob Aki es geschafft hat Lauri zu überreden? Der sah ja ziemlich verschreckt aus als ich ihn beiseite genommen habe... Ich habe schon längst gemerkt, dass da was im Busch ist. Ich weiss zwar noch nicht was, aber das wird sich bald ändern.
Ich drehe mich um und lasse suchend meinen Blick durch die benebelte Menge schweifen. Pauli sitzt mit seiner kichernden Freundin auf dem Schoss an der Bar. Manchmal frage ich mich, ob er nur mit ihr zusammen ist, weil sie so gut kochen kann... (*g* ich konnt’s nicht lassen)

Ein leichter Luftzug verwirbelt die Rauchschwaden, die über uns hinwegziehen. Lauri und Aki treten nacheinander ein und siehe da, Lauri lächelt sogar!
Ich hebe meinen Arm und winke. „Aki! Lauri! Hier!“
Wie sie so auf mich zukommen, könnte man sie glatt für ein Paar halten. Ich fänd´s gut, wenn sie sich jetzt an der Hand nehmen würden... Bei dem Gedanken muss ich mir auf die Zunge beissen, um nicht laut loszulachen. Lauri bemerkt meine verzerrte Miene und schaut mich komisch an.
„Hast du dir auf dir Zunge gebissen?“ klingt zwar nicht unbedingt besorgt, aber besser als gar nichts.
„Hast du deine Zähne etwa nicht mehr unter Kontrolle, Eero?“ kommt es gespielt unschuldig von Aki. Das gibt Rache!
„Doch, aber ich fand es lustig, wie ihr ausgesehen habt... so... glücklich...“ mehr muss ich nicht sagen er hat schon verstanden.

Aki drängelt sich an mir vorbei. Er will sich bestimmt ein Bier holen. Was ist den mit Lauri? Er scheint jemanden erkannt zu haben, denn er geht schnell in die Hocke und geht gebückt weiter bis er wieder neben Aki steht. Was solls. Vielleicht wollte er einfach nicht erkannt werden.




The singer:

Mist! Da ist Paula! Was hat sie hier zu suchen?! Und wer ist der Kerl neben ihr? Arnold Schwarzeneggers Zwilling? Wenn sie mich sieht, bin ich geliefert. Schnell zu Aki, der wollte uns Bier holen.
Eine Hand legt sich von hinten auf meine Schulter und ich wirble erschrocken herum.
„Ich bin’s nur. Hier, dein Bier. Warum krabbelst du denn auf dem Boden rum?“ Sagt er grinsend.
Na toll jetzt habe ich mich zum Idioten der Nation gemacht. Ich habe wirklich geglaubt, dass Paula jeden Moment vor mir aus dem Boden wachsen könnte.
„Ach... ich dachte nur mir wäre was runtergefallen... Trink nicht zu viel!“ ... Ich kann nämlich nicht fahren und ich werde besoffen genug sein... „Du musst noch fahren und ausserdem brauche ich einen nüchternen Aufpasser!“
Und was sollte das jetzt? Sieht er etwa aus wie Kevin Costner ?! Ich bin ja so was von eindeutig! Ahhh! Wenn das so weitergeht geb’ ich mir noch die Kugel! ...

...O.k ... bleib ruhig, Lauri... du brauchst nur einen guten Plan...
„Hei, jumsala! Hast dich heute mal wieder richtig rausgeputzt!“
Hanna Ylönen, wie immer ein perfektes Timing. Sie kommt zu uns rüber und stellt uns ihre neue Flamme vor. Eine gute Ablenkung. Ich liebe dich Schwesterherz! Nicht umsonst sind wir miteinander verwandt.

Ich begrüße ihren Neuen höflich und gebe den beiden meinen brüderlichen Segen. Sieht gar nicht so schlecht aus, das Kerlchen...
Dann muss Hanna unbedingt tanzen und schleift den wiederstandslosen Jüngling hinter sich her. Wenn der wüsste was ihn noch erwartet... Der erste Schritt ist schon getan. Schon bald wird er offiziell in den schwer psychopatischen Kreis unserer Familie aufgenommen...

„Willst du tanzen? Wir sind beide ohne Begleitung hier...“
Waahhh! Hilfe Angriff von Hinten! ...Aber ...Aki als disco- dancer? Nicht schlecht. Ich nicke und wir begeben uns zu den anderen, die sich schon auf der Tanzfläche tummeln. Aki sieht einfach umwerfend aus. Sein Atem streift kurz meinen Hals, aber es reicht um mich wahnsinnig zu machen. Ich lasse mich von meinen Gefühlen mitreissen und vertiefe mich in unseren Tanz. Über uns fahren Laserstrahlen die Wände entlang. Irgendwo in der leicht angesuffelten Menge hört man ein paar bekiffte Teenis aufjohlen. Sollen sie doch, ich würde am liebsten auch brüllen ... vor Glück.




The drummer:
(ein paar gute Stunden später...)

Lauri ist so betrunken, dass er nicht mehr gerade stehen kann. Ich glaube es wird Zeit einzugreifen. Ich gehe zu ihm rüber und nehme ihm das leere Glas aus der Hand.
„Danke... willsu mir nachfüln? Das Seug is vol guuuuut...“ Angestrengt formuliert er in Perfektion gelallte Worte.

Ok für heute reicht’s! Ich habe keinen Bock auf eine von Lauris berühmten Vorstellungen. „Komm, wir gehen nach Hause, Lauri!“
Dann schleife ich ihn hinter mir aus dem Club raus. Es ist schon 1. Jeder hatte seinen Spaß, aber wenn Lauri die Bude vollkotzt ist Schluss mit Lustig. Ich schnalle ihn am Beifahrersitz fest und schon ist er eingeschlafen. Warum gießt er sich auch immer gleich einen hinter die Binde? Ich sehe es schon kommen, eines Tages verendet er noch am übermäßigen Alkohol- Konsum...

Vor meinem Haus halte ich und steige aus. Ich öffne die Tür auf Lauris Seite, knie mich vor ihm hin und streiche ihm über die Wange. „Hey, Lauri. Wir sind da... Lintu...“
Schnell öffnet er die Augen... etwas zu SCHNELL für einen Betrunkenen, aber auch egal... Lauris Funktionen waren schon immer komplexer als die eines Durchschnittsmenschen.

„Mir is schlecht!“ kommentiert er schwach nörgelnd und schenkt mir einen glasklaren Blick. Dann senkt er schnell die Augen und taumelt ein bisschen in der Gegend herum...
na gut, dann spiele ich eben mit...
„Willst du heute bei mir schlafen? Ich kann dich so doch nicht alleine lassen...“

Bin ich jetzt blöd oder hat er eben kurz gegrinst? ...Nein, hab mich wohl geirrt... aber warum leuchten seine Augen so...?
Er taumelt theatralisch auf die Stufen zu und ich helfe ihm die Treppen hoch. Ich will ja schliesslich keine Leiche mit gebrochenem Genick aus dem Treppenhaus entfernen müssen.
„Mensch Lauri! Mach dich nicht so schwer...“
„Hasu denn nisch Mittleid, mit mia...?“, fragt er und setzt unschuldig seinen Lämmchenblick auf.
Mach’s mir nicht so schwer Lauri... sonst falle ich noch über dich her.

Oben angekommen schließe ich schnaufend die Tür zu meiner Wohnung auf und wir gehen rein. Lauri schmeisst sich auf mein Bett und bleibt angezogen liegen. Seufzend ziehe ich ihm die Schuhe, die Jacke, das Hemd und die Hose aus. Ich schlafe auch immer in Shorts.

Lauri sieht so scharf aus, wie er da liegt. Ob ich ihn küssen kann...?
Ach egal... Er wird bestimmt nichts merken und wenn doch... vielleicht finden meine Qualen endlich ein Ende...

Langsam beuge ich mich über ihn und berühre seine weichen Lippen mit meinen. Es ist ein leichter Hauch und doch wünsche ich mir soviel mehr...
Lauri öffnet den Mund und streicht mit seiner Zunge über meine. Erschrocken zucke ich zusammen aber dann entspanne ich mich wieder und wir versinken in einen langen Kuss. Lauris Zunge erkundet meinen Mund und streicht sanft über meinen Gaumen. Ich könnte in diesem Kuss ertrinken, meinen Verstand verlieren. Ich habe Angst ihn zu verletzen...
Dann spüre ich seine Hand, die unter mein Shirt fährt und sehe seinen lustverschleierten Blick.

„Lauri...“

„Schalt einfach ein einziges Mal dein Hirn aus Aki...“

Gesagt, getan.

Schnell habe ich mir das Hemd über den Kopf gezogen und streiche über seinen blassen Oberkörper. Wie gut gebaut er doch ist. Es macht mich fast verrückt vor Freude und Lust seinen geilen Körper hier unter mir zu haben. Wie oft habe ich von diesem Moment geträumt, mir nichts sehnlicher gewünscht als ihn zu spüren und berühren zu können.
Ich umfahre seine rechte Brustwarze mit der Zunge bis sie hart wird und Lauri ein verhaltenes Stöhnen von sich gibt. Dann knöpfe ich mir den Rest vor. Seinen Hals, auf dem ich gleich meinen Weg mit mehreren Knutschflecken markiere, über sein kleines Sixpak zum Bauchnabel. Hier lasse ich meine Zunge kreisen und versenke sie in der kleinen Höhle. Lauri krallt sich ins Bettlaken und fängt an mir sein Becken entgegen zu strecken. Langsam fahre ich mit den Händen in seine Shorts und streiche über seine Hüfte, dann landet auch dieses Stück Stoff auf dem Boden.

Ich richte mich auf und will mir jedes Detail dieses Augenblicks einprägen. Wie er da liegt, den Mund leicht geöffnet, die Augen kaum noch aufhalten kann vor Geilheit, seine saphirgrünen Augen, die mich flehend ansehen, die wegen dem verschmierten schwarzen Make- up zu leuchten scheinen, sein vor Erregung gespannter Körper.

Ungeduldig zuppelt er am Reisverschluss meiner Hose rum und zieht sie mir dann aus. Meine Shorts folgen und leisten den anderen Kleidern auf dem Boden Gesellschaft. Er zieht mich über sich und ich nehme zwischen seinen leicht gespreizten Beinen platz.
„Nimm mich...bitte...Aki! Ich will dich spüren... Schlaf mit mir!“ flüstert er und stöhnt leise auf, weil ich angefangen habe leicht mit dem Becken zu kreisen. Ich reize ihn ein wenig weiter, dann dringe ich langsam in ihn ein. Seine Finger haben sich haltsuchend mit meinen verhakt, mit der anderen Hand stütze ich mich neben seinem Kopf ab.
Langsam schiebe ich mich weiter und halte jedes Mal inne wenn er sich krampfhaft an meine Hand klammert.

Ein leichter Schweissfilm lässt seine Haut glänzen. Ein Tropfen bahnt sich den Weg nach unten und ich küsse die Salzige Spur entlang. Ich merke wie er sich langsam an mich gewöhnt und sich entspannt. Ich ziehe mich ein Stückchen zurück und stoße dann zu. Er gibt einen leisen Schrei von sich und drückt den Rücken durch. Ahh... Volltreffer...

Er gibt leise, gehetzte Laute von sich und vergräbt seine Finger fester in meiner Hand umso mehr ich mich bewege. In meinen Bauch flattern elektrische Schmetterlinge...
Meine Bewegungen werden schneller, die Stöße fester und härter. Lauri kommt mir entgegen und zieht bei jedem Stoß scharf die Luft ein. Sein ganzer Körper zittert. Vor meinen Augen flimmern grelle Lichtpunkte. Ich fange an seinen Ständer zu berühren während ich tiefer in ihn vorstoße. Er flüstert meinen Namen immer wieder, als wäre er das einzige Wort, das er kennt. Der einzige Halt, den er noch hat.

~Verliere mich in einem Wirbel aus Farben, in Hitze und Feuchtigkeit.~

Lauris Atem geht schneller und ich merke, dass er, wie ich kurz davor ist.

~Gleich ist er da, ein flüchtiger Moment des Glücks, so gut, so schön, so unendlich enttäuschend.~

Ein letztes Mal stoße ich bis zum Anschlag zu und komme stöhnend in ihm, während er sich mit einem erstickten Schrei auf meine Hand ergießt.

~Meine Welt löst sich auf, wir haben unser eigenes Universum geschaffen. Zur Einheit verschmolzen in ewiger Extase, in blendendem Weiß und pochender Wärme. Falle in unendliche Tiefen, fliege in nichtendende Höhen. Pulsierende Wellen schiessen durch meine Adern, ein letztes Nachbeben, totale Erschöpfung.~



Völlig geschafft, aber zufrieden liegen wir nebeneinander auf meinem Bett und ich kann nicht fassen, dass wir es getan haben. Plötzlich fällt es mir siedendheiss ein . Lächelnd drehe ich mich zu Lauri um und sehe ihm in seine glänzenden Augen.
„ Wieso hast du so getan, als wärst du betrunken?“ frage ich noch etwas heiser.
„Du hast gemerkt, dass ich nur geschauspielert habe...?“
„Geschauspielert?! Das konnte man schon als Seifenoper bezeichnen. Du bist wirklich der unüberzeugenste Säufer, den ich kenne. Aber du hast meine Frage nicht beantwortet.“

Ein Lächeln umspielt leicht seinen Mund, liebkost seine Lippen. Er nimmt meine Hand und legt sie auf seine linke Brust, unter der sich sein Herz befindet. Ich spüre, dass es immer noch schneller schlägt als normal. „Fühlst du es?“ flüstert er mit leiser Stimme. „Es schlägt nur für dich. Seitdem ich dich kenne habe ich dich geliebt. Desswegen habe ich gelogen. Kannst du mir diese List verzeihen? Immerhin haben wir endlich zueinander gefunden...“
Zur Antwort nehme ich seine Hand in meine und küsse sie. Ich küsse jeden Finger, die Handfläche und sein Handgelenk. Bei der Pulsschlagader stoppe ich und fahre mit der Zunge darüber.

Es tut gut zu wissen, dass er nun mir gehört... ganz allein mir, dass ich der Einzige bin den er liebt. Ich versinke in seinen Augen und reise in geheimnisvolle Welten mit saphirgrünen Seen und Wäldern. Nur mich hat er so tief in sich blicken lassen, nur ich war in ihm... ich weiss, dass er mir alles gibt was er hat, so wie ich ihm alles geben werde... Alles...

Alles... Selbst das Blut, das durch meine Adern fließt...


Sein Atem hat sich normalisiert. Er befeuchtet seine leicht geöffneten Lippen mit der Zunge und schließt seufzend die Augen.

„Aki...?“ Ein Lächeln umspielt seine Lippen.

„... Hm?“ Nur ungern reisse ich mich in die Realität zurück, aber seine Worte sind mir zu kostbar.

„Ich liebe dich.“

„Ich liebe dich auch.“

Seine Hand findet den Weg zu meiner Brust, streicht federleicht darüber, wird mit der Zeit immer schwerer. Er dreht sich auf die Seite, schlingt ein Bein um meine Hüfte und schläft ein.


...Jetzt weiss ich auf was ich immer gewartet habe, bevor ich einschlief...was ich immer schon suchte... Ich habe ihn gefunden... mein Kunstwerk.

...Mein schwarzer Engel mit den grünen Augen...



Ende